Berater digitale Bildung (mBdB/iBdB)

Spicken mit KI-Tools und wie man (als Schule) die Fairness wahrt

Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) im Schulalltag ist eine der zentralen Herausforderungen für das Bildungssystem. Ein aktueller Artikel in der Bayerischen Staatszeitung fasst die Lage zusammen und zeigt auf, dass der Umgang mit KI-Werkzeugen wie ChatGPT ein Umdenken bei Hausaufgaben und Leistungsnachweisen erfordert.

Zusammenfassung des Artikels der Bayerischen Staatszeitung: Der Beitrag „KI-Angriff auf das Bildungssystem“ beschreibt, dass KI-Tools von Schülern vermehrt für Hausaufgaben und auch für Täuschungsversuche in Prüfungen genutzt werden. Dies stelle die Schulen vor die Aufgabe, von reinen Wissensabfragen abzurücken und stärker kompetenzorientierte Aufgaben zu entwickeln. Ein Verbot der Technologie wird als nicht zielführend erachtet. Stattdessen wird die Notwendigkeit betont, dass Lehrkräfte und Schüler gemeinsam einen produktiven und kritischen Umgang mit KI erlernen. Angeregt werden vielfältigere Prüfungsformate, die den Lernweg stärker berücksichtigen.

Link: https://www.bayerische-staatszeitung.de/staatszeitung/politik/detailansicht-politik/artikel/ki-angriff-auf-das-bildungssystem-schulen-muessen-umdenken.html; Autor des Ursprungsartikels: Thorsten Stark; Zusammenfassung des Artikels: Gemini 2.5 Pro

Passend zu dieser Debatte hat das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus (StMUK) eine offizielle Handreichung für den Umgang mit KI veröffentlicht. Dieser Leitfaden ist eine wichtige Brücke für die Schulen: Er bietet nicht nur konkrete Hilfestellungen bei Täuschungsversuchen, sondern ermutigt auch dazu, die Potenziale von KI für einen modernen Unterricht auszuloten.

Informationen des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus (StMUK): Auf seiner Webseite stellt das StMUK unter der Überschrift „Sicherheit und Fairness bei der Durchführung von Leistungsnachweisen“ einen Leitfaden für Schulen bereit. Dieser soll Lehrkräften Orientierung geben, wie sie Täuschungsversuche durch KI erkennen und pädagogisch sinnvoll darauf reagieren können. Gleichzeitig werden Schulen ermutigt, KI als Werkzeug zur Unterrichtsvorbereitung und zur Förderung von Schülerkompetenzen zu erproben. Ziel ist ein transparenter und proaktiver Umgang mit der Technologie.

Link: https://www.km.bayern.de/gestalten/digitalisierung/kuenstliche-intelligenz/unterschleif; Autor: Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus (StMUK); Zusammenfassung des Artikels: Gemini 2.5 Pro

Eine weitere interessante Lektüre zu dem Themenkomplex bietet auch das Urteil des Verwaltungsgerichts Hamburg vom 15.12.2025 (Az. 2 E 8786/25). Das Gericht entschied, dass die Nutzung eines KI-Tools wie ChatGPT für eine bewertete schulische Arbeit einen Täuschungsversuch darstellt, sofern das Hilfsmittel nicht ausdrücklich von der Lehrkraft zugelassen wurde. Nach Auffassung des Gerichts liegt eine Täuschungshandlung bereits dann vor, wenn ein Schüler eine nicht eigenständig erbrachte Leistung als seine eigene ausgibt, wobei für den hierfür erforderlichen Vorsatz schon die billigende Inkaufnahme eines Regelverstoßes ausreicht.